"Der Urwald zwischen den Beinen"

... so ist einer der Begriffe, den Jugendliche anstelle von Schambehaarung an Scheide oder Penis oder Intimbehaarung verwenden. Und der „Urwald“ ist ein großes Thema bei Jugendlichen, nicht erst seit „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche erschienen ist, die in ihrem Buch gegen den Hygienewahn aufruft, aber ausgerechnet nichts gegen Intimrasur einzuwenden hat.
In diesem Artikel soll dem Phänomen Intimrasur näher auf den Grund gegangen werden: Wozu waren oder sind eigentlich Schamhaare da? Was denken Jugendliche heute über Haare am Körper, welche Fragen haben sie dazu? Ist Intimrasur gut oder schlecht? Seit wann gibt es überhaupt Intimrasur, und warum?
Mal sehen, welche haarigen und haarsträubenden Erkenntnisse zu finden sind...!

Bedeutung und Funktion von Schambehaarung und Rasurhaare
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„Wozu sind die überhaupt da, die Schamhaare?“ Das ist eine Frage die immer mal wieder von Jugendlichen gestellt wird. Es gibt verschiedene, wenig wirklich erforschte Theorien, die die ursprüngliche oder auch aktuelle Funktion der Schambehaarung zu erklären versuchen.

Eine Theorie bezieht sich ganz banal darauf, dass Behaarung, und damit auch Schambehaarung, ursprünglich eine Schutzfunktion hatte: vor Hitze, vor Kälte, vor Verletzung. Im evolutionären Verlauf verlor der Mensch immer mehr seines Haarkleides, das noch seinen Vorfahren schmückte, der vor Millionen von Jahren die Savanne durchstreift hatte. Übrig blieben nur das Kopfhaar und eine geringe Körperbehaarung, die vor allem unter den Achselhöhlen und im Genitalbereich stärker ausgeprägt ist.(1)

Andere Theorien und Forschungsstudien beinhalten die These, dass die Schambehaarung ein Speicher für Sexuallockstoffe, den so genannten Pheromonen, sein könnte. Geruchsforscher sagen, dass unsere Nase bei der Partnerwahl eine entscheidende Rolle spielt, da sie dabei hilft, einen Partner zu finden, dessen Genstruktur sich von der eigenen deutlich unterscheidet. Körpereigene Duftstoffe sollen also genetische Informationen transportieren. Hierbei handle es sich um einen unbewussten Vorgang, der aber großen Einfluss darauf hat, dass gesunde Nachkommen gezeugt werden. Eine ähnliche These ist, dass man Partner mit einem möglichst anderen Immunsystem, als man es selber hat, erschnüffelt. Je unterschiedlicher das Immunsystem ist, desto größer ist diesen Studien zufolge die Chance, Kinder zu zeugen. (2, 3, 4,5).

Kompletter Aufsatz von Gudrun Schäfer als PDF...